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Die Chronobiologie der schönen Haut

Warum reagiert die Haut morgens anders als abends, und was braucht sie wann?

Milliarden biologische Uhren ticken in unserem Körper. Jede Zelle verfügt über ihren eigenen Rhythmus. Die Taktgeber bestimmen etwa darüber, wann wir leistungsfähig sind und wann wir Schlaf brauchen. Auch die Haut unterliegt ihrem eigenen Rhythmus - und der lässt sich für die Schönheit nutzen.

Aber Vorsicht: Hören Sie dabei vor allem auf Ihr Gefühl. Denn: "Die innere Uhr ist individuell", sagt die Düsseldorfer Wissenschaftlerin Dr. Annette Mehling, die sich mit der Chronobiologie der Haut beschäftigt.

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Gutes aus Tirol - PRODUKTTABELLE ENTSPRECHEND DER CHRONOBIOLOGIE DER HAUT [PDF]

7:00 Morgens: Kosmetik

Falten waren gestern! Morgens, wenn sie sich den ersten Schlaf aus den Augen gerieben haben (und am Abend zuvor rechtzeitig ins Bett gegangen sind), sehen viele Menschen frisch und relativ faltenfrei aus. Der Grund: Nachts lagert der Organismus in der Regel etwas Wasser ein – und das polstert die Haut von innen auf. Überhaupt arbeitet der Körper zunächst auf Hochtouren.

Am Tag verstärkt die Haut zum Beispiel ihre Abwehrkräfte gegen Umwelteinflüsse. Und das sollten Sie jetzt mit der richtigen Pflege unterstützen. Feuchtigkeitscremes mit den Vitaminen C und E, wie sie zum Beispiel einige Anti-Aging-Cremes enthalten, unterstützen die Abwehr und machen die Haut widerstandsfähig.

Weil unsere Hülle vormittags am belastbarsten ist und auch eine intensivere Reinigung besser verträgt, wäre jetzt ein Besuch bei der Kosmetikerin ideal. Am späten Vormittag laufen wir nicht nur in puncto Schönheit zu Höchstform auf. Ab etwa elf Uhr – abhängig von unseren individuellen inneren Uhren – werden wir kreativ, das Kurzzeitgedächtnis, Rechnen und Sehen funktionieren bestens.

13:00 Mittags

Leistungsknick: Mittags brauchen wir Erholung
Der Höhepunkt des Tages – aber leider nicht unserer Leistungsfähigkeit. Nach dem Mittagessen schaltet unser Körper erst mal auf Faulenzen, und wir benötigen eine kleine Pause. Ideal: kurz an die frische Luft. Oder: im Sessel zurücklehnen und fünf Minuten auf tiefes Ein- und Ausatmen konzentrieren. Das bringt auch Sauerstoff in die Zellen.

Jetzt bloß keine wichtige Konferenz ansetzen – die sollte man lieber auf den Nachmittag legen, wenn der Organismus ein Tageshoch erlebt. Dann steigt bei vielen Menschen die geistige Leistungsbereitschaft an. Auch in puncto Schönheit erleben wir um die Mittagszeit keine Höhepunkte. Die Produktion des hauteigenen Fetts (Sebum) erreicht ein Maximum. Damit die Nase nicht glänzt, lohnt es sich, nach dem Mittagessen das Make-up aufzufrischen: Mit ein bisschen Puder fettende Stellen abdecken, Wangen mit Rouge betonen, Lippen nachziehen.

Nachmittags lässt unser Schmerzempfinden übrigens nach. Peinvolle Schönheitsprozeduren wie Augenbrauen- Zupfen oder Haare mit Wachs entfernen tun jetzt ein bisschen weniger weh. Nachmittags ist auch eine günstige Zeit für tiefenwirksame Peelings. Nie ist die Haut besser durchblutet als etwa gegen 16 Uhr. Leider zeigen sich am Nachmittag auch die Falten ganz besonders. Das liegt vermutlich daran, dass die Haut Feuchtigkeit verliert. Die Haut unterliegt nicht nur einem Tagesrhythmus. Forscher interessiert unter anderem auch: Was spielt sich binnen eines Monats (circalunarer Rhythmus) und was binnen eines Jahres (circannualer Rhythmus) ab? So haben Wissenschaftler heraus gefunden, dass die Haut in der ersten Woche des weiblichen Zyklus trockener ist. Jetzt zahlt sich also eine gute Feuchtigkeitspflege aus. In der letzten Woche reagiert die Haut besonders empfindlich auf UV-Strahlen – nun also erst recht auf Sonnenschutz achten!
Im Jahresverlauf bilden sich im Frühjahr mehr freie Radikale in der Haut, die diese schädigen können. Dagegen helfen Schutzstoffe, zum Beispiel Vitamin C und E sowie UV-Breitbandfilter. Im Winter neigt unsere Hülle dazu, trockener, fettärmer und empfindlicher zu werden. Nun braucht sie unter Umständen fettreichere Produkte mit reizlindernden Stoffen.

21:00 Abends

Nachtschicht: Wenn wir zu Bett gehen, wird unsere Haut aktiv.
Wenn es dunkelt, wird die Haut zur Mimose und will mit Samthandschuhen angefasst werden. Denn jetzt ist unsere schützende Hülle relativ wehrlos den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Ihre Barrierefunktion hat sich abgeschwächt, und sie verliert noch mehr Feuchtigkeit als während des Tages. Wissenschaftler nennen das einen verstärkten transepidermalen Wasserverlust. Im Klartext: Wird die Hautbarriere jetzt geschädigt, zum Beispiel durch aggressive Reinigung oder ein grobes Peeling, erholt sie sich deutlich schlechter als tagsüber.

Vor dem Zubettgehen sollten Sie deshalb das Gesicht lediglich mit einem milden Hautreinigungsmittel waschen und Peelings lieber auf den nächsten Tag verschieben. Während wir schlafen, arbeitet die Haut dafür wieder auf Hochtouren, um sich fit zu machen für den nächsten Tag. Ihre Temperatur steigt, die Durchblutung verbessert sich. Nun kann sie wirkstoffreiche Cremes besonders gut aufnehmen, sie wirken über Nacht nämlich intensiver und helfen der Haut ganz besonders effektiv, sich vom Stress des Tages zu erholen. Der Spruch „Der Schlaf vor Mitternacht ist am besten“ gilt übrigens nur ein geschränkt. Wichtiger ist, dass wir ausreichend schlummern.

Alleingang der älteren Haut

Gelten für reifere Haut die gleichen Regeln wie für jüngere? Womöglich nicht. In Tests zeigte der Teint betagterer Menschen Abweichungen von der üblichen Rhythmik. Vielleicht gibt es auch Geschlechterunterschiede und Unterschiede in ethnischen Gruppen. Nachweise dafür fehlen bislang. „Die Haut birgt noch viele Geheimnisse“, so Expertin Mehling.

Anne-Bärbel Köhle, Apotheken Umschau / GesundheitPro; 02.04.2009, aktualisiert am 08.04.2009 a-life - dfd/Jacopo Querci, Strandperle Medien Services e.K./Radius Images

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